Vereinigte Staaten von Amerika

Paul Magno

Im Juli 2012 unternahmen drei Aktivisten für Abrüstung in den Vereinigten Staaten - Greg Boertje-Obed, Megan Rice and Michael Walli – eine gewaltfreie direkte Aktion am Y12 National Security Complex in Oak Ridge (Tennessee), die sie “Transform Now Plowhares” (“Umwandlung in Pflugscharen jetzt”) nannten. Oak Ridge ist ein Ort, der bis auf den Anfang des Manhattan Projekt im 2. Weltkrieg zurückgeht und ist bis heute ein wesentliches Bindeglied in der Fähigkeit der USA, Atomwaffen zu produzieren. Die drei schafften es, in der Nacht das Gelände des Bundesterritoriums zu überqueren, vier Sicherheitszäune zu überwinden und an die Anlage für die Wartung von hoch angereichertem Uran (Highly Enriched Uranium Maintenance Facility, HEUMF) zu gelangen – ein Depot für 400 Tonnen bombenfähiges Uran, genug für 10.000 Atomwaffen. Als sie dort waren, markierten sie das Gelände mit Absperrband, das bei Verbrechen verwendet wird, breiteten Friedensbanner aus und bestrichen die Wände des Gebäudes mit menschlichem Blut und gesprühten biblischen Friedensbotschaften.

Ein Mitglied der WRI in den USA, dieWar Resisters League, erklärt ihre Solidarität „mit allen Migrant*innen in den USA, besonders den vielen, die sich neuer Bedrohung durch Massendeportationen unter der neuen Trump Administration gegenübersehen“. Die WRL hat es sich zur Aufgabe gemacht, Militarisierung der Polizei und Rassismus zu kritisieren. Ihre Kampagne #NoSWATzone wird getragen von einer Vision von „Schutzstädten“ (Sanctuary Cities) und Schutzräumen vor den Razzien der Bundespolizei, die Trump angekündigt hat.

Hier geht es zu ihrem Statement und Infomaterialien (auf Englisch).

Carol Thompson

Das strahlende Lächeln. Das ansteckende Lachen. Mit ihrem sonnigen Wesen zog sie Andere an, um zu debatieren und zu streiten, zu lernen und zu reflektieren. Tatkräftig und resolut, eine Leidenschaft für Gerechtigkeit, für ständiges Geben: das alles definiert Kayla Mueller, nicht ihre Gefangennahme durch ISIS, ihre Folter und ihr tragischer Tod mit 26 Jahren.

Dieses Interview wurde ursprünglich in Conscientious Objection: A Practical Companion for Movements (Kriegsdienstverweigerung: ein praktischer Begleiter für Bewegungen) veröffentlicht.

Nick Buxton

Für alle, die mit Militarismus zu tun haben, brachten die Nachrichten über die Terrorangriffe in Brüssel ein bekanntes Gefühl der Furcht mit sich. Wir leiden, wenn wir wieder einmal Geschichten vom Verlust von Leben hören, und wir haben eine düstere Vorahnung aus dem Wissen, dass die Bomben in betroffenen Gemeinschaften hier und anderswo voraussagbar neue Runden von Gewalt und Schrecken anheizen werden. Sie schaffen die binäre Welt, die Neokonservative und Terroristen suchen: Ein Feld von permanentem Krieg, in dem unsere ganze Aufmerksamkeit und all unsere Ressourcen aufgesaugt werden – und in dem die wirklichen Krisen von Armut, Ungleichheit, Arbeitslosigkeit, sozialer Entfremdung und Klimakrise in Vergessenheit geraten.

David Scheuing

London: Auf meinem täglichen Heimweg komme ich oft an stark bewaffneten Polizeibeamt_innen vorbei, die Bürger_innen, Infrastruktur, Leben und Wirtschaft „sicher“ schützen: in der Metro, auf dem Bahnhog, immer wachsam. Allerdings ist diese Wachsamkeit keineswegs harmlos, geschweige denn unschuldig. Sie tötet. Zum zehnten traurigen Mal jährte sich in diesem Juli die Tötung von Jean Charles de Mendenez. Er wurde in einem vollbesetzten Zug der Metro in Stockwell in London erschossen.1

Pedro Rios

Am 28. Mai 2015 trafen sich in San Diego, Kalifornien, Hunderte zu einem Abendmarsch, um den Nationalen Aktionstag zum Beenden der Grenzbrutalität zu begehen. Diese Aktivität war Teil einer Reihe gewaltfreier Aktionen durch Organisationen in neun Städten in den ganzen Vereinigten Staaten, um dadurch ihre Stimmen gegen die erhöhte Straffreiheit von Grenzschutzbeamten zu erheben, die seit 2010 an mindestens 39 Todesfällen beteiligt waren. Angeführt durch die Southern Border Communities Coalition (Koalition der Südgrenzengemeinden), die aus 65 entlang der US- mexikanischen Grenze arbeiteten Organisationen besteht, unterstrichen die koordinierten Kundgebungen, Märsche und Filmaufnahmen auch den 5. Jahrestag des Todes von Anastasio Hernandez Rojas, eines Vaters von 5 Kindern, der im Jahre 2010 durch mehr als ein Dutzend Grenzschutzbeamte am San Ysidro Port-of-Entry in San Diego zu Tode gefoltert wurde.

Léopold Lambert

Die Leichtigkeit, mit der die Bürger des globalisierten Nordens innerhalb ihres Gebietes reisen, hat ein Gegenstück in der Schwierigkeit für Außenstehende, diesen Teil der Welt zu erreichen. Die hier vorgestellte Karte versucht diesen Antagonismus zwischen der Nordfestung und dem Rest der Welt zu illustrieren. Der Schengen-Raum der EU, das Vereinigte Königreich, Irland, Zypern, Israel, Nordamerika, Japan, Südkorea, Taiwan, Hongkong, Singapur, Australien und Neuseeland bilden den globalisierten Norden, und ihre Grenzen zu anderen Ländern hin sind militarisiert, um die Kontrolle der Migration dorthin zu gewährleisten. Die folgende Liste beschreibt kurz die zahlreichen Apparate, die Grenzen abstecken, Körper kontrollieren und manchmal sogar deren Tod verursachen.

Wie geht es weiter nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes?

von Rudi Friedrich

Am 26. Februar 2015 definierte der Europäische Gerichtshof zum Asylantrag des US-Deserteurs André Shepherd Grundsätze für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in München. Viele Medien sehen nun seine Chancen, Asyl zu erhalten, als sehr unwahrscheinlich an. Ob das wirklich so ist und welche Konsequenzen das Urteil hat, dafür gibt Rudi Friedrich von Connection e.V. eine erste Einschätzung. (d. Red.)

Zwei neue Projekte mit einem zerbrochenen AK-47 (das auf dem berühmten Logo der WRI mit dem zerbrochenen Gewehr beruht)) sind durch den Künstler Ralph Ziman in Los Angeles und Kapstadt geschaffen worden. Das Wandbild in Los Angeles zeigt 408 Namen von Opfern von Gewehrfeuer, während das Bild in Kapstadt im Herzen des Manenberg Distrikts gemalt wurde, einem Stadtteil von Kapstadt, der Jahre der Gewalt durch Gangs hinter sich hat. Fotos und mehr Information auf der Facebook-Seite des Widerstandprojekts: www.facebook.com/pages/Resistance-Project

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