Unterstützung für Gefangene für den Frieden

Die Arbeit der War Resisters' International zur Unterstützung von Gefangenen für den Frieden braucht Unterstützung

Liebe/r Unterstützer/in der War Resisters' International,

Die traditionalle Arbeit der War Resisters’ International zur Unterstützung von inhaftieren Kriegsdienstverweigerer/innen und anderen Gefangenen für den Frieden mag vielleicht als graue Routine erscheinen, doch ist sie notwendig und immer wieder eine Herausforderung. Als jemand, der vor Jahren auf der WRI-Liste der Gefangenen für den Frieden war, kann ich nur die Wichtigkeit der zahlreichen Karten und Briefe, die ich aus aller Welt erhielt, und die meine Stimmung hinter Gittern aufmunterten, betonen. Doch häufig geht es um mehr. Das ist z.B. der Fall beim ägyptischen Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil Sanad, der derzeit wegen der Veröffentlichung eines Artikels auf seiner Webseite, der das Militär kritisiert, inhaftiert ist. Seit dem 23. August befindet er sich im Hungerstreik – seit mittlerweile mehr als 85 Tagen.

Seit Maikel Nabil Sanad zum ersten Mal mit uns bezüglich seines Vorhabens, den Militärdienst zu verweigern, Kontakt aufnahm, und insbesondere seit seiner Festnahme, hat die WRI intensiv zu seinem Fall gearbeitet. Andreas Speck, der im WRI-Büro für das Programm Das Recht, das Töten zu verweigern, verantwortlich ist, hat Ägypten dreimal besucht (einmal gemeinsam mit einem anderen WRI-Aktivisten, Igor Seke), um an Maikel's Gerichtsverhandlungen teilzunehmen, seine Freunde und Familie zu unterstützen, und um Maikel's Fall bei Menschenrechtsorganisationen, den Medien und bei Diplomat/innen bekannt zu machen. Die WRI war immer der erste internationale Kontakt für Maikel's kleine Unterstützungsgruppe in Ägypten, und unsere Arbeit war unentbehrlich für die Organisation von Hilfe für Maikel und für die Mobilisierung von Druck auf das ägyptische Militär. Diese Anstrengungen gehen über normale politische oder Menschenrechtsarbeit hinaus. Sie basieren auf wahrhaftig ideologischer und emotionaler Verpflichtung.

Unsere Anstrengungen haben bisher zur Aufhebung des ursprünglichen Urteils von drei Jahren Gefängnis durch ein Militärgericht geführt, aber noch nicht zu seiner Freilassung. Wir wissen noch nicht, ob es uns gelingen wird, Maikel's Freilassung zu erreichen, bevor seine Gesundheit unwiderruflich Schaden nimmt, und wir bitten Sie/Dich, auf unserer Webseite nach Updates Ausschau zu halten, und Maikel Nabil Sanad zu unterstützen.

Ein anderer Fall, dem die WRI in diesem Jahr viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, ist der des britischen Kriegsdienstverweigerers Michael Lyons. Michael's KDV-Antrag wurde abgelehnt, und er ist erst kürzlich nach Verbüßung eine siebenmonatigen Strafe wegen „Ungehorsam“ aus der Haft entlassen worden. Er hatte sich geweigert, an einem Waffentraining vor einem Einsatz in Afghanistan teilzunehmen.

Neben der individuellen Unterstützung arbeitet die WRI auch für die legale Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung. In diesem Jahr trug unsere Intervention maßgeblich zu einem Urteil der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte bei, in dem das Recht auf Kriegsdienstverweigerung unter der Europäischen Menschenrechtskonvention anerkannt wird. Die War Resisters' International hat zu diesem wichtigen Urteil mit einer Intervention als dritte Partei beigetragen, gemeinsam mit Amnesty International, Conscience and Peace Tax International, dem Quaker United Nations Office in Genf, und der International Commission of Jurists. Mit dieser Intervention setzten die Organisationen ihre Kooperation, die bereits im Oktober 2009 zur Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung durch das Verfassungsgericht Kolumbiens beigetragen hat, fort.

Für die War Resisters' International ist die legale Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung lediglich ein Mittel – eines von vielen – zur Erreichung eines Zieles. Das Ziel ist, die Welt von Krieg, Militarismus, und dem Leiden der Ungerechtigkeit, die damit verbunden sind, zu befreien. Dies ist nur durch das Aufbegehren einer starken globalen Bewegung möglich, die überall für und mit Gewaltfreiheit und Frieden arbeitet. Der Aufbau und die Unterstützung dieser Bewegung, ob in Ägypten, Kolumbien, Großbritannien oder anderswo, ist das, woraus sich alle Bereiche der Arbeit der WRI konzentrieren.

Wir schreiben Ihnen/Dir, da diese Arbeit Ihre/Deine Unterstützung braucht. Sie braucht Unterstützung in der Form von Aktionen für Gefangene für den Frieden, aber sie braucht auch Ihre/Deine Generosität. Durch Ihre/Deine großzügige Spende helfen Sie uns, diese wichtige Arbeit auch weiterhin leisten zu können.

Vielen Dank!

(Sergeiy Sandler)
Mitglied des Vorstands
War Resisters' International

Die permanent aktualisierte Liste der Gefangenen für den Frieden der WRI findet sich unter http://wri-irg.org/de/node/4722

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