Südkorea: Um die Chance auf Frieden zu nutzen, muss das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anerkannt werden!

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South Korean activists protesting for the rights of the conscientious objectors

von World Without War

(15.05.2018) Die koreanische Halbinsel ist ein Ort, an dem seit dem II. Weltkrieg seit mehr als 70 Jahren immer noch der Militarismus und verschiedenste Formen von Gewalt vorherrschen. Diese Gewalt, dieser Militarismus, sind vor allem auf den Koreakrieg und die daraus resultierende Teilung des Landes zurückzuführen.

Erstmals seit 70 Jahren weht nun eine Atmosphäre des Friedens über die koreanische Halbinsel. Nach dem innerkoreanischen Gipfeltreffen im April wird im Mai ein Treffen der USA und Nordkorea stattfinden. Südkoreaner und Bürger der ganzen Welt, die sich für Frieden einsetzen, hoffen darauf, dass das jüngste Waffenstillstandsabkommen zwischen den beiden Koreas in eine Erklärung münden wird, um den Krieg zu beenden. Sie hoffen darüber hinaus auf einen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea und auf eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel.

Die Unterzeichnung eines Friedensvertrages und die Abschaffung der Atomwaffen Nordkoreas wären selbstverständlich sehr bedeutsam. Aber die Überwindung der durch Militarismus und Teilung der koreanischen Halbinsel geschaffenen Gewalt wird schwierig und weitere Zeit und Mühe erfordern, um über eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Koreas und der US-Regierung hinaus etwas zu erreichen.

Eine wichtige Konsequenz des durch die Teilung verursachten Militarismus ist der Umgang mit Kriegsdienstverweigerern. Seit der Befreiung Koreas vom Kolonialismus Japans im Jahr 1945 wurden mehr als 19.000 südkoreanische Kriegsdienstverweigerer inhaftiert. Allein seit dem Jahr 2000, als diese Frage öffentlich in der koreanischen Gesellschaft sichtbar wurde, waren mehr als 9.000 junge Menschen wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung im Gefängnis.

Viele Bürger*innen, kritische Intellektuelle und die internationale Gemeinschaft haben die südkoreanische Regierung dazu aufgefordert, die Inhaftierung der Kriegsdienstverweigerer zu beenden. Der gegenwärtige Präsident Moon Jae-in sprach auch mehrere Male von der Notwendigkeit eines Alternativdienstes, nicht nur in der Zeit, als er Menschenrechtsanwalt war, sondern auch während seines Wahlkampfes. Dennoch erkennt die koreanische Regierung die Kriegsdienstverweigerung nach wie vor nicht an. Deshalb waren im Februar 2018 immer noch 258 Menschen wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung im Gefängnis. Das ist mehr als die Summe aller ansonsten auf der Welt inhaftierten Verweigerer.

Am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung fordern wir die koreanische Regierung auf, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen und alle derzeit inhaftierten Verweigerer freizulassen!

Die Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung würde nicht nur die Gewährleistung der Gewissens-, Gedanken- und Religionsfreiheit gewährleisten. Darüber hinaus ist es nur möglich, tief verwurzelte Gewalt und Militarismus zu überwinden, wenn wir das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anerkennen. Damit aber Korea die kostbaren Möglichkeiten des Friedens, die nach 70 Jahren gekommen sind, nutzen kann, um zu einem Land des dauerhaften Friedens zu werden, muss das Recht auf Kriegsdienstverweigerung anerkannt werden.

World Without War: To make the most of the opportunity for peace, the right to conscientious objection must be recognized! 15. Mai 2018. Übersetzung: rf, Connection e.V.

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